Balthazar – Fever

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Nach einer Bandpause mit durchaus wilden Solo-Exkursen dreier Bandmitglieder liegt nun wieder eine neue Balthazar-Platte auf dem Tisch. Natürlich lautet jetzt die Gretchenfrage: Sind Balthazar noch immer die Alten? Wir haben für euch in „Fever“ reingehört.

Balthazar Pressefoto

Hartgesottene Fans der belgischen Band blickten wohl etwas mit Sorge auf ein neues Album, nachdem sich die beiden Band-Leader in ihren Nebenprojekten in deutlich fremdes Terrain gewagt hatten: Marten Devoldere machte als Warhaus dunklen, altehrwürdigen Art-Jazz und Jinte Deprez tobte sich unter dem Namen J. Bernardt mit tanzbarem Electro-Pop aus – da war nicht mehr viel übrig von dem zurückgelehnten Indie-Rock Balthazars. Jetzt, wo ihr 4. Langspieler „Fever“ (VÖ: 25.01.2018) erscheint, wird es interessant: Knüpft das Album an die Vorgänger an oder eher an die jüngeren Nebenprojekte der Bandmitglieder?

Die Antwort lautet ganz klar: Balthazar sind noch immer Balthazar. Gleich die erste Auskopplung und Lead-Single „Fever“ verscheuchte auf Anhieb alle Sorgen der alten Fans. Und wenn Marten Devoldere zu Beginn der Platte singt: „I’m not the man for changes… I tried to change the obvious but somehow I just never do”, so könnte man es gar als augenzwinkernde Stellungnahme an die Hörer deuten. Eine radikale Kehrtwende bleibt aus.

Aus der Lethargie erwacht

Aber: Spurlos sind die Nebenprojekte wiederum nicht an der Band vorbeigegangen. Balthazar haben ihre lakonische Kaugummi­kau-Attitüde von früher zumindest ein bisschen abgelegt. Zwar ist die Grundstimmung der Songs auch weiterhin durchweg lässig, aber sie sind aus der Band-typischen Lethargie erwacht, die sie drei Alben lang ausgezeichnet hat. Das Tempo auf „Fever“ hat sich durchweg einen Tacken erhöht – und diese Veränderung tut dem Sound der Band durchaus gut.

Über die 11 Stücke hinweg gelingt es der Platte daher abwechslungsreich zu bleiben. Hier das freche Lo-Fi-Stück „Entertainment“, dort das vom Jazz-angehauchte „Changes“, dann das super-smoothe „Wrong Faces“ oder die 60er-Jahre-Surfrock-Homage „Wrong Vibration“. Und dann ist da natürlich noch der großartige 6-Minütige Opener „Fever“, der zurecht Namensgeber der Platte wurde. Die Gefahr der Willkürlichkeit umschifft Balthazar geschickt mit dem alten Trademark-Sound, der über alles gestülpt wird: markante Basslines, lakonischer Gesang, mehrstimmige Refrains, orchestrale Einsätze – und eben diese absolute Coolness zu jedem Augenblick. Auch mit „Fever“ kann sich die Band wieder auf volle Hallen zu ihrer Februar-Tour verlassen!

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