The 1975 – A Brief Inquiry into Online Relationships

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Das letzte Album hat es schon angedeutet, was “A Brief Inquiry into Online Relationships” nun bestätigt: So sehr The 1975 auch als Indie-Band schlechthin gelten, ihre Musik lässt sich nicht in ein Genre einordnen.
The 1975 Pressefoto von Magdalena Wosinska

© Magdalena Wosinska

Das dritte Studioalbum der aus Manchester stammenden Band kommt Freitag in die Läden und hört auf den Namen “A Brief Inquiry into Online Relationships” (im Folgenden ABIIOR). Von wegen kurz – die Fans erwartet ein einstündiges Album mit 15 Songs. Aber statt einer Analyse zu Online-Beziehungen, erhalten der Hörer vor allem Einblicke in die Gedankenwelt des Sängers und Frontmanns Matty Healy.

Ein Album wie ein All You Can Eat-Buffet

Doch bevor wir uns auf die Lyrics konzentrieren, steht die Musik im Vordergrund. Ist das Album Rock? Indie? Ist es Pop? Nein, ja, vielleicht? ABIIOR enthält von allem etwas. Neben Indie-Rock und Pop tauchen auch Jazz, Dance und sogar Gospelelemente auf. Dementsprechend knüpft die Platte gut an das zweite Studioalbum “I like it when you sleep for you are so beautiful yet so unaware of it”, das 2016 erschienen ist, an. Es ist ein wenig vergleichbar mit einem All You Can Eat-Brunch – man bekommt von allem etwas und obwohl man im Vorneherein denkt, süß und herzhaft passen nicht zusammen, passt es am Ende doch irgendwie.

Das Album beginnt mit dem 1975-Intro, bevor die wohl schrägsten und poppigsten Songs des Albums, “Give Yourself A Try“ & “TOOTIMETOOTIMETOOTIME”, den Hörer in ihren Bann schlagen. Nachdem der anfängliche Schock überwunden ist, stört auch die quietschende Gitarre nicht mehr und die Füße wippen im Takt.

Drogen, Trump und Liebe und den Zeiten der Sozialen Medien

“How To Draw / Petrichor“ fängt ganz ruhig an, geht aber bald in einen Dance-Beat über. Bereits in der Vergangenheit hat die Band bewiesen, dass diese beinahe instrumentalen Songs vor allem live sehr gut funktionieren. “The Man Who Married a Robot / Love Theme” wirkt dann doch eher wie ein Intermezzo, mit seiner von einem Computer eingesprochenen Text über einen Mann, der sich in das Internet verliebt.

Der gewohnte Indie-Pop-Sound der Band kommt bei den Singles „Love It If We Made It“, „Sincerity Is Scary“, „It’s Not Living If It’s Not With You“ und der Stadion-Nummer „I Always Wanna Die (Sometimes)“ durch. Ein paar Balladen dürfen natürlich auch nicht fehlen und „Inside Your Mind“, „Mine“ und „I Couldn’t Be More In Love“ bringen Kuschelrock-Stimmung mit.

“It’s Not Living, If It’s Not With You“ thematisiert Sänger Matt Healy seine Heroinabhängigkeit. Auch Trump, allgegenwärtig wie er ist, hat es auf das Album geschafft. Neben dem US-Präsidenten finden auch Kanye West, der durch pro-Trump Tweets unlängst auf sich aufmerksam machte, sowie der kürzlich verstorbene Rapper Lil’ Peep Erwähnung („Love It If We Made It“).

Musikalisch aber auch textlich ist ABIIOR ein All You Can Eat-Buffet – manchmal muss man sich einfach überwinden, neue Dinge auszuprobieren. Es ist verwirrend, politisch, ehrlich, aber am Ende doch irgendwie nachvollziehbar. The 1975 haben ein kleines Meisterwerk vorgelegt.

The 1975 – Love It If We Made It

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Wie Albus Dumbledore einmal sagte: „Ah, Musik. Eine Magie, die viel größer ist als Alles, was wir hier tun!"

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