Reingehört // The Maccabees – Marks To Prove It

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„Given To The Wild“ war so etwas wie ein Überraschungsurlaub ohne bestimmtes Ziel. Die riskobehaftete Experimentierfreudigkeit brachte zwar außerordentlich großen Erfolg mit sich, aber ebenso viel Interpretationsspielraum für die stilistische Ausrichtung des nun mehr vierten Albums „Marks To Prove It“. Keine Panik, wir haben gute Neuigkeiten, The Maccabees haben zumindest einen Weg gefunden.
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© Pooneh Ghana

Ampeln schalten um, das Dröhnen von Motoren hämmert durch die Straßen und wird von den Wänden zurückgeworfen, eine leere Bierflasche zerschellt auf dem Boden und irgendwo in weiter Ferne hört man Sirenen. Zwischen all den Geräuschen der Nacht breitet sich Stille aus und je später die Nacht, desto größer wird sie. Sie wickelt sich um Fahrräder, streunende Katzen und die abnehmende Menge an Menschen, die auf den Straßen herumlaufen. Plötzlich ein Knall inmitten dieser fast schon elektrisierenden Stille. The Maccabees brechen mit „Marks To Prove It“ in die Nacht, nehmen sie ein, nein verschlingen sie regelrecht.

Die Nacht nimmt seinen Lauf

Der größte Knall ist der Album-Opener „Marks To Prove It“, der auch gleichzeitig die erste Single aus dem neuen Album ist. Explosiv und intensiv kommt der Song daher. Es ist der Moment, indem die Sonne das letzte Mal den Horizont küsst und sich The Maccabees das erste Mal in Ekstase spielen. Die Nacht nimmt seinen Lauf. Es gibt keine Möglichkeit reißauszunehmen, es wird dunkel. Hand in Hand wandern The Maccabees mit dir durch die Straßen und erzählen von den Erlebnissen in “Kamakura” Japan, bis ihr auf einem großen leeren Platz plötzlich stehen bleibt.

Eine liebreizende Melodie erfüllt das komplette Gelände und hallt aus allen Ecken und Wickeln wieder zurück. Man könnte meinen Efterklang würden am Brunnen in der Mitte des Platzes stehen und The Maccabees bei “Ribbon Road” den Takt vorgeben. Ganz in weiter Ferne ist ein wenig Trubel zu vernehmen, fasst schon wispernd bezirzt die Stimme von Orlando Weeks zu zarten Piano-Klängen. Der Lärm kommt näher, Pauken und Trommeln nehmen dich bei „Spit It Out“ einfach mit an einen neuen Ort, ehe die Trompeten einsetzen und „Slow Sun“ dich von der Hauptstraße in die verwinkelten Gassen zerrt. Eine düstere Aura legt sich über deine Haut und eine angenehme Gänsehaut kribbelt über deinen Körper. The Maccabees hüllen dich in einen wohligen, fast schon elegischen, Umhang mit enormen Wohlfühlfaktor.

Liebestrunkene Geborgenheit

Als dann die Sonne ihre ersten Strahlen in das Dunkel der Nacht scheinen lässt, durchzieht mit „Peeoniering Systems“ eine liebestrunkene Melodie jede einzelne Faser deines Körpers. Der liebevolle Klang einer Akkustik-Gitarre setzt ein und „Dawn Chorus“ hilft dir zu erwachen. Ganz zart und behutsam legt sich die Wärme des Tages auf dein Gesicht, völlig unaufgeregt füllt sich die Stadt wieder mit Leben. Eine Trompete lässt deine letzten Gedanken an die Nacht verschwinden. Keinerlei Anzeichen von Müdigkeit sind sichtbar und auch wenn man am Anfang nicht wusste, wohin es geht, The Maccabees hatten von Anfang an einen Plan der Dunkelheit unbeschadet zu entkommen!

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Hi, ich bin Philipp ...

ich kann mich wochenlang mit dem selben Song beschäftigen und trotzdem jeden Tag neues entdecken. Mein Herz schlägt für gutes Essen und noch besseres Bier, am besten kurz vor einem Konzert. Meine große Liebe ist aus Stahl und ca. 35 Jahre alt. Auf ihren zwei Rädern ist sie rasend schnell. Hin und wieder zieht es mich nach Skandinavien, da ists immer so schön kühl. Und immer mit dabei ist der Soundtrack Of My Life gespickt mit Songs von Death Cab For Cutie, Foals, Nada Surf u.v.m. Olé Olé FCB

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