The Killers – Wonderful Wonderful

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Mit “Wonderful Wonderful” veröffentlichen The Killers am 22. September ihr fünftes Studioalbum. Die beiden Vorabsingles “The Man” und “Run For Cover” versprachen einiges. Ob das Album den Erwartungen gerecht wird, erfahrt ihr in unsere Rezension.
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© The Killers – Universal Music

Ein neues Album von The Killers zu hören ist seit gefühlt 10 Jahren eigentlich keine gute Idee mehr. Nachdem 2002 ihr Debüt “Hot Fuss” erschienen war, hörte ich die Platte in Dauerschleife. Sie begleitete mich auf meine USA-Reise und wurde zum Soundtrack meines damals noch jungen Lebens. “Hot Fuss” war der Startschuss für eine ganze Reihe von tollen Indie Rock Alben, die Anfang bis Mitte der 2000er erscheinen sollten. Danach ging es mit der musikalischen Qualität von The Killers stetig bergab. Während “Sam’s Town” noch hörbar war, wurde die Band aus Las Vegas mit “Day & Age” endgültig zu einer symptomatischen Erscheinung des Formatradios. 2012 erschien das großspurige “Battle Born”, von dem mir wenig in Erinnerung geblieben ist. Rückblickend war es mir fast peinlich zu sagen, dass The Killers mal meine Lieblingsband waren.

“Wonderful Wonderful” – eine Rückkehr zu den Wurzeln?

15 Jahre nach “Hot Fuss”, nachdem ich The Killers schon längst abgeschrieben hatte, haut die Band mit “Run For Cover” auf einmal eine Nummer raus, die mich all die Enttäuschung vergessen lässt. Die Nummer ist tanzbar, geht sofort ins Ohr und bleibt im Kopf. Können sie es also doch noch? Beinahe fühlt man sich in die gute alte Zeit versetzt. Schließlich hat der Song bereits 8 Jahre auf dem Buckel. Ursprünglich wurde er für “Day & Age” geschrieben, Sänger Brandon Flowers war jedoch nicht mit dem Text zufrieden, sodass der Song in der Schublade landete. Jetzt ist “Run For Cover” strategisch in der Mitte der neuen The Killers Platte platziert und hält die Scheibe im Kern zusammen.

Aber auch sonst kann sich “Wonderful Wonderful” hören lassen. Nach den Schlager-Pop-Ausflügen der beiden Vorgänger groovt die neue Platte bereits beim Titeltrack mit dicken Basslinien und eingängigen Gitarrenriffs los. Auch die Lead-Single “The Man” trägt dick auf und animiert zum Kopfnicken. Das Tempo lässt bis zum sechsten Titel selten nach, bevor der Band aus Las Vegas auf der zweiten Hälfte die Puste ausgeht. Hier wird es mit “Some Kind Of Love” oder der religiös aufgeladenen Blues-Nummer “The Calling” schnell langweilig. Das Steuer kann auch Mark Knopfler mit seinem Gitarrenpart auf “Have All The Songs Been Written” nicht mehr herumreißen.

Das beste Album von The Killers seit “Sam’s Town”

“Wonderful Wonderful” hat deutlich Schwächen und ist trotzdem mit Abstand das beste The Killers Album seit “Sam’s Town” – was wohl das größte Kompliment ist, das man der Band derzeit machen kann. Das Album hat deutlich mehr Glanz als Substanz und tiefgründige Lyrics sucht man besser woanders – aber mal ehrlich, das war bei The Killer schon immer so. Ich habe The Killers früher geliebt – dank “Wonderful Wonderful” muss mir das jetzt nicht mehr peinlich sein.

Video: The Killers – Run For Cover



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Hi, ich bin Deborah ...

Musik war für mich schon immer mehr als Beschallung oder Konsumgut, Musik ist eine Herzensangelegenheit. Seit einigen Jahren betreibe ich einen englischsprachigen Musikblog zu independent und DIY Musik und stieg im Sommer 2015 bei Herzmukke ein.

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