PVRIS – All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell

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Welcher Musiker beschränkt sich heute noch gerne auf eine Musikrichtung? Warum nicht Rock mit Elementen der elektronischen Musik vereinen? Niemand anderes versteht genau das so gut wie PVRIS. Dazu kommen eingängige Lyrics gesungen von einer zart, zerbrechlichen und in den richtigen Momenten, sehr rockigen Stimme von Sängerin Lyndsey Gunnulfsen. Nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums „White Noise“ im Jahre 2014, erscheint am 25. August „All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell“.
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© Max Fairclough / PVRIS / Trinity

„Parting is all we know of heaven, and all we need of hell.“

Mit diesen Versen endet das Gedicht „My life closed twice before its close“ der amerikanischen Dichterin Emily Dickson. Gleichzeitig beginnt „Heaven“, der erste Song auf dem Album mit dem Satz „I think we were cursed from the start…“. Nicht umsonst werden sich PVRIS an einem so bedeutenden Gedicht orientiert haben. Wie der Zusammenhang interpretiert werden kann, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Mit „Heaven“ haben sie sich einen ordentlichen Knaller als Albumeinleitung ausgesucht, der einlädt laut mitzugrölen. Auch der zweite Song „Half“ knüpft daran an: Ich sehe mich vor der Bühne verschwitzt hin und her springen, kann natürlich jedes Wort mitsingen und zu jedem Vers findet sich eine persönliche Verbindung.

Neben „Heaven“, „Half“ und „Whats Wrong“ gehört „Winter“ zu den Singleauskopplungen; Wobei letztere bisher mein persönlicher Favorit war. Nun höre ich „Anyone else“, dritter Song auf dem Album, zum ersten Mal und muss meine Wahl vielleicht nochmal überdenken. Dieser ausgesprochen tanzbare Song beginnt ruhig, aber innerhalb der 4:36 Min. erfährt der Song unterschiedliche Wendungen. Man spürt wie Lynns Stimme versucht, immer wütend werdender, auszudrücken, was sie uns zu sagen hat: „I don’t belong to anyone else!“ Letztendlich endet der Song mit über 30 Sekunden zartem Gitarrenspiel (oder ist es vielleicht doch eine Harfe?!). Und wieder stelle ich mir vor, wie dieser Song live gespielt wird und PVRIS dem Publikum mit diesem Outro eine Pause gönnen wollen.

Nur 10 Songs und am Ende doch das Pulver verschossen

Ich höre weiter und lande nach Same Soul“  und „Winter“  schließlich bei den letzten beiden Songs „Separate“  und „Nola 1“ . Moment. Die letzten beiden Songs? Ja, PVRIS bestückten „All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell“ mit nur 10 Titeln und leider spürt man bei diesen beiden auch, dass die guten Ideen bereits bei den vorangegangen Liedern verbraten wurden.

Insgesamt lässt sich sagen: PVRIS haben sich bereits die Sahnestückchen rausgepickt, um ihre Fans dem neuen Album entgegen schmachten zu lassen. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass live, ähnlich wie bei „White Noise“, niemand still stehen wird. PVRIS ist eine Band, die man auf der Bühne gesehen haben muss und lieben lernen wird. Und wenn man diesem Album noch ein bisschen mehr Zeit gibt, vielleicht werden auch die weniger auffälligen Songs zu echten Sahnestückchen, denn bekanntlich muss Gut Ding Weile haben.

Video: PVRIS – Heaven

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Hi, ich bin Cindy ...

Neu-Berlinerin und immer auf der Suche nach einem guten Konzert. Wenn mein Kopf nicht damit beschäftigt ist, über den Sinn des Lebens nachzudenken, verbringt er gerne Zeit damit, sich jegliche Lyrics abzuspeichern. Musik ist so vielseitig, ich mag akustische Sachen. So richtig verliebt bin ich aber in die etwas härtere Musik von Bands wie A Day To Remember oder Bring Me The Horizon.

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