Reingehört // Friska Viljor – My Name Is Friska Viljor

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Was genau Joakim Sveningsson und Daniel Johansson dazu bewegte ihr mittlerweile sechstes Album (6!) „My Name Is Friska Viljor“ zu taufen, ist uns nicht bekannt. Dabei sollte man aber annehmen, dass man die beiden kauzigen Schweden längst kennen sollte. Möglicherweise dient das Ganze lediglich als Identifikationspunkt, um nicht zu vergessen, wen man hier vor sich hat. Sozusagen als kleiner lieb gemeinter Reminder.
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© Nina Stiller

Wie hießen die noch gleich?

Legt man Friska Viljors neues Album „My Name Is Friska Viljor“ in den Plattenspieler ein, kräuseln sich erst mal die Nackenhaare. Der Kleine so gemütlich wirkende Wuffi auf dem CD Cover wirkt nämlich plötzlich eher wie der Schiffshund eines alten Kapitäns. Hoch zu See und seit Wochen kein Land mehr betreten macht sich eine gruselige Melancholie breit. Bis, ja bis Wuffi Friska plötzlich aufspringt und ein wenig Leben an Deck entsteht. „Sitting On My Dream“ und „Painted Myself in Gold“ pfeifen und klimpern mit einer leichten Briese von vergangenen und kommenden Reisen. Schön!

Vatersein ist nicht einfach!

Angereichert mit der einen oder anderen Ode an die Folklore, schaukelt das Album ganz gemächlich Richtung Horizont. Unvorhersehbar scheint hier das Wenigste. Selten bekommt man das Gefühl mal abseits der Route zu rudern. Das macht sich besonders bei Songs wie „Mind The Gap“, „In My Sofa I’m Safe“ (Eine Homage ans Vatersein und nicht mehr Feiern gehen können) oder „Danger In Front“ bemerkbar, welche durchaus auf jedem der Vorgänger-Alben hätte sein können. Einzig „My Boys“ macht einen kurzen Zwischenstopp bei den Beach Boys, um mit Baströckchen das Tanzbein zu schwingen.

Seitdem das Schiff 2006 zum ersten Mal den Hafen verließ, sind Frau und vor allem fünf Kinder hinzugekommen. Verständlicherweise, kann das Musik machen dann bei so viel Familie auch ein wenig zu kurz kommen. Experimente gibt es vielleicht, wenn die Kids größer sind. In jedem Fall kommt „My Name Is Friska Viljor“ schnuckelig und mit viel Liebe daher. Das ist Indie Folk Pop ohne große Spektakel, aber seien wir mal ehrlich wie viel Aufregung braucht man in einem Hundeleben eigentlich? Wuff Wuff.

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Hi, ich bin Philipp ...

ich kann mich wochenlang mit dem selben Song beschäftigen und trotzdem jeden Tag neues entdecken. Mein Herz schlägt für gutes Essen und noch besseres Bier, am besten kurz vor einem Konzert. Meine große Liebe ist aus Stahl und ca. 35 Jahre alt. Auf ihren zwei Rädern ist sie rasend schnell. Hin und wieder zieht es mich nach Skandinavien, da ists immer so schön kühl. Und immer mit dabei ist der Soundtrack Of My Life gespickt mit Songs von Death Cab For Cutie, Foals, Nada Surf u.v.m. Olé Olé FCB

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