Reingehört // Death Cab For Cutie – Kintsugi

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Die Teile wieder zusammenflicken.

Cab For Cutie, das sind doch Chris Walla & Benjamin Gibbard, diese geniale Singer/Songwriter/Produzenten-Kombo, die über Jahre hinweg das unantastbare Sinnbild für träumerischen Indie-Pop war. Kintsugi ist der erste Versuch einer Band ohne den wegweisenden Walla, der nach über 17 Jahre Death Cab for Cutie Schluss machte, an alte Zeiten anzuknüpfen. Damit dies gelang, musste Gibbard die einzelnen Fragmente seines Seins wieder zu einem Ganzen zusammenfügen.
Death Cab for Cutie - Kintsugie Band

©DCfC/Atlantic

Tradition als Prinzip

Kintsugi ist eine traditionelle alte japanische Methode um zerbrochene Keramik & Porzellan wieder herzurichten. Zwischen die einzelnen Bruchstücke wird eine Masse geklebt, die mit Goldpulver angereichert wird. So entsteht ein unverwechselbares Unikat und einzigartiges neues Stück Handwerkskunst, aufgebaut auf gutem altbewehrten Fundament. Dieses handwerkliche Prinzip hat Gibbard restlos in die Songs auf Kintsugi transportiert. Mit viel Detailverliebtheit und einer gehörigen Portion Theatralik vollzieht DCfC nun endlich den Bruch der sich durch „Narrow Stairs“ angedeutet hat und mit „Codes & Keys“ hätte vollzogen werden müssen.

Schon mit der ersten Singleauskopplung „Black Sun“ war allen klar, hier verarbeitet jemand die Vergangenheit. Es ist geprägt von Hoffnung – „To meet again, I hope it will“ – von Liedern, die noch nicht besungen und Plänen die nie umgesetzt wurden. „How could something so fair, be so cruel?“ Würde mit „The Ghost of Beverly Drive“ nicht ein wenig mehr Hoffnung in der Stimme von Gibbard fahren und das Lied seinen positiven Spirit verbreiten, wir würden die Jungs einfach in den Arm nehmen und trösten. Doch denkste, mit „Little Wanderer“ geht’s ohne Umwege zurück in die Resozialisierungsphase und sitzt zusammen an einem Tisch zwischen Joy Division, The Cure oder Simple Minds.

Zwischen den Stühlen

Auf Kintsugi schlagen zwei Herzen. Da ist Chris Walla, der noch zu Teilen an Produktion und Songwriting beteiligt war, aber auch Rich Costey, der neue Produzent der Band, der später hinzukam. So wundert es nicht, dass Songs wie „Hold No Guns“ und „Everything’s A Celling“ wirken, wie eine Brücke die es zu überqueren gilt, um aus der Walla-Ära das neue DCfC kennenzulernen. Hat man diese dann erst einmal hinter sich gelassen, nimmt die Platte wieder ordentlich Fahrt auf. „Good Help (Is So Hard To Find)“ darf sich ohne Weiteres bei Klassikern wie “The Sound of Settling”, “Crooked Teeth” oder “Company Calls” einreihen und Richtung „El Dorado“ hört man dann sogar mal wieder „The Postal Service“, klasse! Zuletzt heißt es in „Binary Sea“ – „There’s something brilliant bound to happen here“– hach wie schön, alles zusammengeflickt und es geht ihnen prächtig.

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einer der beiden Herzmukke-Babos, Wahlberliner, Foodie, Sportbegeistert, Reiselustig, Konzertverliebt mit einem Schuss Verrücktheit.

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