Rob Lynch – Baby, I’m A Runaway

von am 1 Kommentar
Letzten Sommer begeisterte er uns auf dem Highfield. Mit “Baby, I’m A Runaway” legt der britische Troubadour Rob Lynch jetzt sein zweites Album vor.
Rob Lynch Pressefoto Scott Kennerdeigh

@ Scott Kennerdeigh

Rob Lynch hat sich in Deutschland vermutlich schneller als in seiner Heimat Großbritannien einen Namen gemacht. Sein 2013er Debütalbum “All These Nights In Bars Will Somehow Save My Soul” erschien, fast ein Jahr früher als im Rest der Welt, beim Hamburger Label Grand Hotel van Cleef und brachte ihm einen Slot im Vorprogramm von Thees Ulmann ein. Daneben war er unter anderem auf dem Highfield Festival zu sehen. Im UK folgten schließlich Auftritte mit den Augustines und in den USA schaffte es Lynch ins Line Up der legendären Vans Warped Tour.

Rob Lynch: der nette Junge von Nebenan

Nun meldet sich der britische Troubadour mit seinem neuem Album zurück und hat sich dazu Verstärkung ins Boot geholt. Während Lynch auf dem Debüt noch Tonspuren übereinander stapelte, wurde “Baby, I’m A Runaway” mit einer kompletten Band aufgenommen, die ihn auch live tatkräftig unterstützt. Mitglieder von Deaf Havanna und We Are The Ocean konnten auf diversen Songs als Background-Sänger gewonnen werden.


Produziert wurde die Platte von Sam Duckworth, der als Get Cape. Wear Cape. Fly ein beachtliche Karriere hingelegt hat. Auch wenn das beachtliche Referenzen sind, klingt die Platte oft wie ein Garagen-Demo einer Schülerband (z.B. auf “Prove It!”, “Runaway”, oder “Salt Spring”, “Good For Me”). Das mag gewollt sein, wirkt aber oft dilettantisch.

Optimistischer Pubrock statt pathetischer Stadionrock

Der Titel von Rob Lynchs Zweitling “Baby, I’m A Runaway” klingt vielleicht etwas nach “Hungry Heart”-Rhetorik, zum Glück versteckt sich dahinter aber kein groß angelegter pathetischer Stadionrock sondern erfrischend optimistischer Pubrock. Vergleiche mit seinem Landsmann Frank Turner drängen sich zwar auf, sind auf der neuen Platte aber nicht mehr so naheliegend, dafür ist das Album zu fröhlich und Lynch nicht eloquent genug. Macht aber nichts, denn dieser Typ ist der nette Junge von Nebenan mit Texten die einfach aber ehrlich und grundsympathisch sind, auch wenn man ihm den namensgebenden Runaway nicht so recht abnehmen kann.

Hansons sind sicher keine kredible Referenz für eine Presseinfo, aber was soll ich tun?

Lynch ist vielleicht weder ein begnadeter Sänger, noch ein Poet, doch seine einfachen Akkorde und direkt aus dem Leben gegriffenen Texte sind ehrlich und gehen ins Herz. Besonders gut gelingt ihm das mit der Ballade “Tectonic Plates”, einem der wenigen ruhigen Stücke auf “Baby, I’m A Runaway”, auf dem Lynch über den Soundtrack seiner Jugend singt. Dass er sich selbst nicht all zu ernst nimmt zeigen Zeilen wie: “Baby, I’m trying to be a rockstar / you said ’Come on Rob, you’re not that cool” (aus “Youth”).

“Baby, I’m A Runaway” ist eine Feel-Good Platte

Seine Inspiration für die Platte zog Lynch aus den Erfahrungen und Musik seiner Jugend und davon ist längst nicht alles Punkrock, auch die Hansons standen hier Pate. Das hört man und es tut der Platte gut. Lynch ist nicht der typische weinerliche Singer-Songwriter, im Gegenteil: “Baby, I’m A Runaway” ist eine upbeat Feel-Good Platte. Nicht im Vergleich mit anderen Genre-Vertretern sondern gerade in dieser Abgrenzung zu ihnen liegen die Stärken von Rob Lynch. “Baby, I’m A Runaway” ist sicher kein ganz großer Wurf, Spaß macht die Platte aber allemal.

Video: Rob Lynch – Prove It

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Hi, ich bin Deborah ...

Musik war für mich schon immer mehr als Beschallung oder Konsumgut, Musik ist eine Herzensangelegenheit. Seit einigen Jahren betreibe ich einen englischsprachigen Musikblog zu independent und DIY Musik und stieg im Sommer 2015 bei Herzmukke ein.

1 Kommentare

  • Jochen

    Hallo Deborah, irgendwie hört sich Robert Lynch an wie die cheesy SingerSongwriter Version einer PopPunk Band. Ich mag es, denn es ist mal erfrischend anders. VG

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