Tuff Love – Resort

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Wenn es um Musik geht, steht eines fest: Ein Album veröffentlichen, ist wie in der Königsklasse zu spielen, während die EP wohl höchstens in der 3. Liga um ein paar Tore ringt. Was in fünf Songs und 15 Minuten vielleicht noch nach einer verdammt guten Idee klingt, verliert als Langspieler schnell an Reiz. Tuff Love aus Glasgow versuchen ihr Glück auf Resort deswegen wohl einfach mit einer Compilation aus drei EPs, statt einem herkömmlichen Album.
Tuff Love Resort Review

© Tuff Love

Resort ist mehr als einfache Zweitverwertung!

Kaum ist die Nachricht einer Art “Reissue” draussen, hört man sie auch schon: Die Rufe nach endloser Kommerzialisierung und dem angeblichen Ausnehmen der Fans. Zugegeben, Tuff Love haben auf Resort kein neues Material veröffentlicht, aber trotzdem ist diese Platte mehr als eine einfach Compilation aus ihren drei alten EPs Junk, Dross und Dregs! Das “Album” funktioniert viel mehr wie ein musikalisches Tagebuch der letzten Jahre und dokumentiert, mit der chronologischen Anordnung der EPs, was anderen Künstlern immer nur schemenhaft nachgewiesen wird: Eine echte musikalische Entwicklung.

Tuff Love entdecken ihren Sound

Wo in den ersten fünf Songs, die von der erste EP Junk geliehen sind, dank Lo-Fi-Einschlag und ordentlicher Prise Powerchords noch Bilder von College-Roadtrip-Movies durch den Kopf geistern, schleichen sich im Laufe von Resort immer mehr Feinheiten in den Sound des Glasgower Duos. In den Songs von Dross werden die Riffs plötzlich prägnanter und auf Dregs bekommen die Songs endlich mehr Tiefe und sprengen die magische 4-Minuten-Grenze. Ihren Hit, haben Tuff Love mit “Sweet Discontent” aber trotzdem schon ganz am Anfang abgeliefert.

Viel mehr, als diese Erkenntnisse, bleibt von Resort nach dem Absetzen der Nadel allerdings nicht. Die Songs sind am Ende doch ein wenig zu homogen und die Brüche zwischen den EPs nicht krass genug, um über 15 Songs und knappe 46 Minuten spannend zu bleiben. Stellt sich also die Frage, warum Tuff Love dieses “Tagebuch” veröffentlicht haben, statt einfach einen neuen, ausführlichen Eintrag in ihre Diskografie zu schreiben. Aber immerhin haben sie sich mit Resort irgendwie in die Königsklasse gebracht. Ganz offiziell. Und scheiß doch drauf, dass sie dabei eventuell ein bisschen geschummelt haben!

Tuff Love – Sweet Discontent Video:

Tuff Love Tourdaten:

  • 21.3 – Berlin, Berghain
  • 22.3 – Köln, Blue Shell
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und ich habe in den letzten 10 Jahren fast alle erdenklichen Genres geliebt, gehasst und feierlich für nicht relevant befunden - neuerdings lasse ich mich darüber jetzt auf meinem Blog reissnadel.com aus. Nebenbei studier ich irgendwas mit Flugzeugen und fahre eine wunderschöne 30-jährige Schwalbe!

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