Panic! AT The Disco – Death Of A Bachelor

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Mit dem Namen Panic! at the Disco verbindet man zunächst Dinge wie Emo, MySpace and Eyeliner. 10 Jahre ist es nun her, dass die damals blutjunge Band aus Las Vegas mit ihrem Debüt „A Fever You Can’t Sweat Out“ und kabarettistischem Drumherum einschlug wie eine Bombe. „Death Of A Bachelor“ ist das mittlerweile fünfte Album der Band, deren einzig verbliebenes Mitglied Sänger und Multi-Instrumentalist Brendon Urie ist.
Panic! At The Disco Presse

© Warner / Atlantic

„Death Of A Bachelor“ ist ein Titel der Perfekt in die Dramaturgie von Panic! At The Disco passt. Der Junggeselle, der mit Pauken und Trompeten zu Grabe getragen wird ist natürlich Urie selbst, der vor 3 Jahren heiratete und auf dem Album sein Leben als lediger Rockstar Revue passieren lässt. Dabei nimmt er den Hörer mit auf einen wilden Ritt durch eine durchzechte Nacht in Vegas und dem gehörigen Kater am Morgen danach.

Tod eines Junggesellen

Bombastisch legt die Platte los mit „Victorious“, eine zackige Nummer mit Chorgesängen und dicken Beats die wie gemacht ist für Halbzeitpausen amerikanischer Sportveranstaltungen. Die Korken knallen und der Champagner fließt bis das lyrische ich mit „Don’t Threaten Me With A Good Time“ und einem „Rock Lobster“ Ohrwurm, der hier gesampelt wird, im Pool seines Nachbarn erwacht.

Mit „Hallelujah“, das bereits vor einem Jahr als Single erschien, kommt gleich das nächste Highlight hinterher. Dahinter verbirgt sich nicht etwa ein Leonard Cohen Cover sondern eine lebensbejahende Nummer über die Liebe zur Musik.

Wer jetzt noch nicht in Vegas angekommen ist, ist das spätestens beim Titelsong. Mit „Death Of A Bachelor“ und „Crazy = Genius“ zelebriert Urie seine Liebe zu Sinatra – mit Bläsern, Big Band und allem Pomp der eben dazu gehört. Gerade in der Ballade („Death Of A Bachelor“) kommt seine stimmliche Weite besonders zur Geltung. Hier ist auch der Rausschmeißer „Impossible Year“ hervorzuheben, auf dem Urie noch einmal in bester Sinatra Manier schmachtet.

“Es klingt als ob Beyoncé und Sinatra einen Song zusammen machen würden”

„Golden Days“ ist eine weiteres Prachtstück, das danach schreit auf der großen Bühne gespielt zu werden während „LA Devotee“ zur Spritztour in die Stadt der Engel lädt.

Während das Vorgängeralbum „Too Weird To Live, To Rare To Die” stärker am Synthpop angelehnt war, kombiniert „Death Of A Bachelor“ das theatralische der frühen Panic! mit dem bombastischen Popsound den man auch auf den neuen Alben der Labelkollegen Fall Out Boy findet. Das ist auch kein Wunder, saß doch hier Fall Out Boy und Taylor Swift Produzent Jake Sinclair an den Reglern.

Mit gerade mal 36 Minuten Laufzeit ist „Death Of A Bachelor“ vielleicht sehr kurz, ein Vergnügen ist es aber allemal. Urie hat es als „last man standing“ geschafft sich endgültig als Songwriter zu emanzipieren und liefert eine Platte ab, die nicht nur die beste seit dem 2006er Debüt der Band ist, sondern auch für Pop-Enthusiasten ein Genuss ist, die mit Emo und Eyeliner nichts am Hut haben.

Video: Panic! At The Disco – Hallelujah



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Hi, ich bin Deborah ...

Musik war für mich schon immer mehr als Beschallung oder Konsumgut, Musik ist eine Herzensangelegenheit. Seit einigen Jahren betreibe ich einen englischsprachigen Musikblog zu independent und DIY Musik und stieg im Sommer 2015 bei Herzmukke ein.

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