Bloc Party – Hymns

von am keine Kommentare
Als die erste neue Bloc Party Single „The Love Within“ vor einigen Monaten veröffentlicht wurde war die allgemeine Resonanz auf die Dance Nummer eher von Stirnrunzeln als von Begeisterung geprägt. Selbst wenn man bei „The Love Within“, ein Song der eher nach Keles elektronischen Soloausflügen klingt, noch hofft, dass es jetzt erst richtig los geht, wird man schnell eines besseren belehrt. Mit einigen verstreuten Ausnahmen ist „Hymns“ ein nahezu besinnliches Album dem es leider an Substanz fehlt.
Bloc Party Presse

© Rachael Wright

Eines muss man „The Love Within“ lassen, der Titel sprüht nur so vor Energie. Doch leider verpufft die schon im nächsten Anlauf. Auch wenn Kele wiederholt betonte, dass “Hymns” kein religiöses Erweckungswerk ist, zieht sich die Thematik durch das Album. Überzeugend ist das leider nicht. Der Choralgesang auf “Only He Can Heal Me” nervt leider mehr als dass er Stimmung erzeugt. Selbst die obligatorische Blues-Rock Nummer „The Good News“, immerhin einer der etwas schnelleren Songs auf der Platte, kann nicht recht mitreißen und wird von anderen Bands einfach besser gemacht. Auch die (pseudo-)religiöse Thematik weiß nicht so recht zu überzeugen („I used to find the answers in the Gospel of St. John / Now I find them on the bottom of this shot glass“). Der Totalausfall ist schließlich„Fortress“, auf dem Kele zu minimalen Electro-Klängeln vor sich hin säuselt.

“Hymns” ist keine Offenbarung

Dass Drummer Matt Tong und Bassist Gorden Moakes die Band verlassen haben, hört man nach wenigen Songs heraus. Justin Harris (Bass) und der Session Drummer (Louis Bartle war bei den Aufnahmen noch nicht dabei) sind hier besten Falls Pflichterfüller. Überraschungen oder Tempuswechsel, wie man sie mit Bloc Party verbindet, sind auf “Hymns” nicht zu finden. Auch inhaltlich versteckt sich leider wenig hinter der Platte. Die Texte sind teils flach („what am I supposed to do when the only good thing about me was you“ – „So Real“) oder verirren sich in gewollter aber nicht gekonnter Tiefgründigkeit.

Dennoch weist das Album einige Lichtblicke auf. „So Real“ und „Different Drugs“ sind durchaus passable Mid-Tempo Nummern. Auf der zweiten Hälfte der Platte darf Gitarrist Russell Lissack dann auch ein bisschen mehr tun. „Into The Earth“ erinnert tatsächlich an frühere Bloc Party Song, verpufft aber in einem banalen Refrain. „Virtue“ greift das Riff (ja, das Geräusch stammt tatsächlich aus einer Gitarre) von „The Love Within“ wieder auf und bringt ein letztes Mal etwas Bewegung in diese fade Darbietung. Mit „Exes“ und „Living Lux“ liefert „Hymns“ zum Ende noch zwei sehr versöhnliche Balladen.

Bei Bloc Party ist die Luft raus

Bloc Party haben bisher 4 recht unterschiedliche Alben produziert, insofern kann man ihnen eine musikalische Entwicklung und Veränderung nicht vorwerfen. Auch gegen ein ruhiges Album ist nichts einzuwenden. Dennoch hört man der Platte an, dass hier bestenfalls noch die halbe Band am Werk war, wenn nicht Sänger Kele allein, der 2014 sein zweites Soloalbum vorgelegt hat. Mit etwas mehr Elektronik wäre „Hymns“ vielleicht ein passables Kele Album, als Bloc Party Album plätschert „Hymns“ über weite Strecken vor sich hin und bleibt unterm Strich belanglos.

Albumstream: Bloc Party – Hymns

Video: Bloc Party – The Love Within

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Hi, ich bin Deborah ...

Musik war für mich schon immer mehr als Beschallung oder Konsumgut, Musik ist eine Herzensangelegenheit. Seit einigen Jahren betreibe ich einen englischsprachigen Musikblog zu independent und DIY Musik und stieg im Sommer 2015 bei Herzmukke ein.

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