Billy Talent – Afraid of Heights

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Kanadas erfolgreichster Punkrock-Export Billy Talent veröffentlichen ihr fünftes Album “Afraid of Heights”. Ob sich die lange Wartezeit von vier Jahren gelohnt hat, verrät unsere Review.
Billy Talent Pressefoto 2016

© Warner

Man könnte meinen innerhalb der Rockmusik gäbe es zwei Arten von Bands. Die einen bleiben ihrem Stil über Jahre hinweg treu und müssen mit dem Vorwurf leben, immer dasselbe zu machen, die anderen erfinden sich mit jedem Album neu und erhalten wiederum den Vorwurf, dass ihr altes Zeug ja so viel besser gewesen sei. Billy Talent gehören eindeutig zu ersten Kategorie – und das ist auch gut so.

Afraid of Heights – Keine Angst vor Höhenflügen

Seit sie sich vor über 10 Jahren mit “Red Flag”, “Fallen Leaves” und “Devil in a Midnight Mass” (alle auf “Billy Talent II”) in die Herzen der Jugend gespielt und und in den Lautsprechern der Rock-Discos verewigt haben, hat sich an ihrem Sound kaum etwas merklich verändert. Der Erfolg gibt ihnen allemal Recht, denn auch mit den etwas schwächeren (aber höher chartplatzierten) Folgealben “Billy Talent III” und “Dead Silence” füllten sie die deutschen Hallen und fett gedruckten Festivalslots.

Nach 4 Jahren Pause folgt nun mit “Afraid of Heights” das fünfte Studioalbum der Kanadier. Angst aus den Höhen der Charts oder der Festival Lineups zu fallen muss die Band auch mit diesem Album nicht haben. Schon der Opener “Big Red Gun” zeigt, dass Billy Talent älter aber sicher nicht leiser geworden sind – auch wenn bei Billy Talent schon lange nicht mehr geschrien wird.

Auch wenn hier Jordan Hastings von Alexisonfire (2. v. l.) am Schlagzeug für den an MS leidenden Aaron Solowoniuk (1. v. l.) einspringt, ist “Afraid of Heights” so weit vom Post-Hardcore entfernt wie eh und je. Wie bereits die Vorgängeralben bewegt sich das Album souverän zwischen Alternative Rock und Punkrock.

Mit dem Titelsong folgt zugleich ein Highlight der Platte. “Afraid of Height” wird am Ende des Albums als Reprise mit für Billy Talent ungewohnter Instrumentierung neu aufgelegt. So würde die Platte wahrscheinlich klingen wenn Butch Walker (Fall Out Boy, Brian Fallon, Panic! At The Disco) sie produziert hätte. Der Reprise kommt natürlich nicht an die treibende Kraft der Originalversion heran, zeigt aber, dass Billy Talent auch anders können.

Revolution starts on the mic

Die gewöhnungsbedürftige zweite Single “Louder Than The DJ” entpuppt sich als echter Ohrwurm und wird auf der kommenden Herbsttour mit Sicherheit lauthals mitgesungen und besprungen werden. Der Song ist mit Sicherheit nicht das Anspruchsvollste, was Billy Talent je gemacht haben aber vermutlich ihr beschwinglichster Song und eine wahre Liebeserklärung an die Musik.

Ein typisches Billy Talent Album?

Nur in der Mitte hängt die Platte mit dem mit über sechs Minuten Laufzeit etwas zu lange geratenem “Rabbit Down the Hole” etwas durch. Der Song will sich zwischen dem bombastischen “The Crutch” und dem hektischen “Time-Bomb Ticking Away” nicht so recht einfügen. Auf der etwas schwächeren zweiten Hälfte der Platte folgt mit  “Horses & Chariots” ein weiteres Highlight, das mit seinem treibenden Rhythmus an Muses “Knights of Cydonia” erinnert aber zum Glück mit weitaus weniger Pathos auskommt.

Oberflächlich betrachtet ist “Afraid of Heights” ein typisches Billy Talent Album. Wer sich die Platte mehr als ein oder zwei Mal anhört, wird jedoch verschiedene Nuancen entdecken. Mit den für sie typischen Gitarrenriffs und Ben Kowalewicz schrillem Gesang bleiben Billy Talent ihrem Sound über weite Strecken treu und setzen ihre Diskographie solide und konsequent fort.

Stream: Billy Talent – Afraid of Heights

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Musik war für mich schon immer mehr als Beschallung oder Konsumgut, Musik ist eine Herzensangelegenheit. Seit einigen Jahren betreibe ich einen englischsprachigen Musikblog zu independent und DIY Musik und stieg im Sommer 2015 bei Herzmukke ein.

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