Palace – So Long Forever

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“So Long Forever” ist nicht etwa ein Abschied sondern das Debütalbum der noch jungen Band Palace aus London. Wir haben reingehört und verraten euch, was an Großbritanniens neuer Indie-Hoffnung dran ist.
Palace Pressefoto

© Palace / Caroline

Gut Ding will Weile haben ist so ein Satz, der auf so ziemlich jede aktuelle britische Band passen könnte, die so langsam über den Kanal schwappt. Wie die meisten neuen Indie-Bands, kommen Palace mit einer Menge Vorschusslorbeeren ausgestattet aus ihrer Heimat bei uns an während sie hier noch ein Dasein als Geheimtipp fristen. Dass Palace vor nunmehr über zwei Jahren im Vorprogramm der Deutschlandtour von Jamie T zu sehen waren, dürfte kaum noch jemand wissen. Anders im UK, wo die beiden EPs der Band – nicht zu unrecht – über den grünen Klee gelobt wurden.

Palace – in den Fußstapfen von The Maccabees?

Mit dem für ein Debüt ungewöhnlichen Titel “So Long Forever” folgt nun endlich das heiß ersehnte erste Album des Quartetts aus London. Musikalisch treten Palace damit sehr offensichtlich in die Fußstapfen von The Maccabees, die unlängst so long forever sagten und das Ende ihres Bestehens verkündeten: Flirrende Gitarren, vertrackte Rythmen, große Kompositionen und teils kryptische Texte prägen den Sound der Band. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass hier Cenzo Townshend als Produzent Pate stand, der neben The Maccabees auch mit Florence + The Machine gearbeitet hat.

Reise auf dem fliegenden Klangteppich

Mit dem Opener “Break The Silence” legt die Platte gut vor und lässt sogleich das zuvor bereits auf der Debüt-EP veröffentlichte “Bitter”, natürlich re-mastered, folgen. Ein breiter Klangteppich wird ausgerollt und auch bis zum Ende nicht wieder verstaut. Der Sound lädt ein zu einer musikalischen Reise, die mit “Have Faith und dem Titelsong ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Leider ist die Reise nicht durchgängig spannend, dafür klingen die Titel teilweise zu ähnlich und geraten ins Plätschern. Gegen Ende haut “Holy Smoke” aber noch mal einiges raus bevor der Teppich mit “Slaving On” langsam eingerollt wird.

“So Long Forever” gehört sicher zu der anspruchsvolleren Variante zeitgenössischer britischer Gitarrenmusik, auch wenn das Album damit erst einmal schwerer zugänglicher ist als die etwaige Konkurrenz. Während Palace viele gute Ansätze verarbeiten und verfolgen, bleibt am Ende aber dennoch das Gefühl, dass hier irgendwie das i-Tüpfelchen fehlt. Vielleicht entfalten die 11 Songs auch erst live ihre volle Kraft. In jedem Fall sind Palace aber eine Band, die man auf dem Radar behalten sollte.

Video: Palace – Holy Smoke

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Hi, ich bin Deborah ...

Musik war für mich schon immer mehr als Beschallung oder Konsumgut, Musik ist eine Herzensangelegenheit. Seit einigen Jahren betreibe ich einen englischsprachigen Musikblog zu independent und DIY Musik und stieg im Sommer 2015 bei Herzmukke ein.

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