Blossoms – Blossoms

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Die Psych-Rock Band Blossoms wird in England schon als “next big thing” gefeiert. Ob ihr selbstbetiteltes Debütalbum diesem Ruf gerecht wird, verrät unsere Review.
Blossoms Pressefoto

@ Virgin / Emi

In ihrer Heimat hat das Quartett Blossoms bereits große Wellen geschlagen. Nachdem die Jungs zunächst erfolglos in diversen lokalen Bands aus ihrem Heimatort Stockport spielten, schlossen sie sich 2013 zu Blossoms zusammen. Wer sich unter Blossoms jetzt eine Hippie-Band vorstellt, liegt damit aber ziemlich falsch. Der etwas irreführende Name stammt von einem gleichnamigen Pub, der sich entlang der Buslinie zwischen Stockport und Manchester befindet. Englischer geht es wohl kaum.

Unter den Fittichen von The Coral

Entdeckt wurden sie schließlich von James Skelly von The Coral, der großes Potential sah und die Band bei seinem Label Skeleton Key Records unter Vertrag nahm, wo er die ersten Singles “Blow” und “Cut Me And I’ll Bleed” produzierte. Der Einfluss des Mentors ist hier besonders deutlich, wo Blossoms noch am ehesten nach ihren anfänglichen Psychadelia Wurzeln klingen.

Spätestens mit ihrem Wechsel zu Virgin EMI im Jahr 2015 und den dort erschienen EPs “Blown Rose” und “Charlemagne” entdeckte das Quintett um Sänger und Haupt-Songwriter Tom Ogden jedoch mehr und mehr seine poppige Seite. Die namensgebenden Titel finden sich ebenfalls auf dem Debüt wieder – und das ist auch gut so, finden sich hier doch zwei absolute Highlights der Platte.

Hello, hello, who put love in my head?

“Hello, hello!” – besser kann man ein Album eigentlich nicht eröffnen (das wussten Oasis schon vor 20 Jahren). Mit “Charlemagne” legen Blossoms auf ihrem Debüt erst einmal richtig los. bevor sie im Verlaufe der nächsten 41 Minuten einige ruhigere Töne anschlagen. Dass sie auch richtig rockig können, zeigt gleich der zweite Track “At Most A Kiss”, bevor es dann mit hart an der Kitchgrenze kratzende “Getaway” erst einmal seichter wird.

Überhaupt flirten die neuen Stücke, z.B. “Honey Sweet” und “Texia”, ordentlich mit Synthesizern und lassen fast ein bisschen an The Wombats denken, kommen jedoch weniger aufgedreht daher. Blossoms treffen eher ernste Töne, da Ogden in erster Linie (gescheiterte) Beziehungen in seinen Lyrics verarbeiten möchte. Besonders gut gelungen ist ihm das mit der Akustik-Ballade “Onto Her Bed” und dem rhythmischen “Smashed Pianos”. Dass es bei Blossoms eigentlich kein anderes Thema als die (verflossene) Liebe gibt, kann man einem Anfang-zwanzig-jährigen nachsehen, wenn es so schön verpackt ist.

Eine Band in ihrer Blütezeit

Ganze 6 der 12 Songs waren bereits im Vorfeld des Albums bekannt und veröffentlicht, im UK sogar mit beachtlichem Charterfolg. Doch auch die 6 neuen Stücke, stehen den Singles in nichts nach, sogenannte Filler finden sich auf “Blossoms nicht”. Im Gegenteil, die Plate ist ein äußerst rundes Debüt einer Band, die gerade in ihrer Blütezeit steht.

Video: Blossoms – Charlemagne

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Hi, ich bin Deborah ...

Musik war für mich schon immer mehr als Beschallung oder Konsumgut, Musik ist eine Herzensangelegenheit. Seit einigen Jahren betreibe ich einen englischsprachigen Musikblog zu independent und DIY Musik und stieg im Sommer 2015 bei Herzmukke ein.

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