Festivalsommer 2016 – Fick dich Winter, bring uns den Sommer zurück

von am keine Kommentare
November und der Winter steht vor der Tür. Die ständige Kälte, das graue Wetter, der Nieselregen, pfui… Zum Glück kann ich in meinen Gedanken noch den Sommer genießen, den Festivalsommer 2016 um genau zu sein. Und wie so viele von uns, habe auch ich so meine Highlights.
Jenseits-von-millionen-2015-Nina Sartorius

© Nina Sartorius

Hey Festivalsommer 2016, wo bist du bloß geblieben?

So eingemumelt auf dem Sofa sitzend, Teechen schürfend und an den Sommer zurück denkend, bleibt man unwillkürlich irgendwann mit seinen Gedanken bei irgendeinem Festival kleben. „Wo ist der Sommer hin?“ und „Wann ist endlich dieses Semester vorbei?“ fragt man sich. Um Euch aus Euren grauen, tristen Gedanken herauszuholen, refklektieren wir noch einmal den Festivalsommer 2016 und stellen Euch meine vier Lieblinge vor, die mich jeden Sommer begleiten:

Numero uno des Festivalsommer 2016, das Immergut Festival

Mein Traditions- und Aufwärmfestival, Klein, aber fein, grün und gemütlich, voll von Hippies und jene, die es sein wollen. Das erste Festivalwochenende im Jahr, um sich gemütlich mit Freunden beim Campen und grillen, beim Flunkyball spielen und Gammeln, auf einen wilden Sommer einzustellen. Seit 2000 findet es jährlich am letzten Maiwochenende in Neustrelitz statt. Mittlerweile versammeln sich gut 5000 feierwütige und Indierock-liebende Menschen, um gemeinsam ein Wochenende mit Freunden und der Familie zu genießen. Auch 2016 traf man wieder bekannte Gesichter; ganz getreu dem Motto: Einmal Immergut, immer Immer gut (Wortwitz, hehe). Persönliches Highlight in diesem Jahr: Schnipo Schranke! Zwei herzallerliebste Mädchen, die gekonnt alles besingen, was es zu besingen gibt. Da kann es schon mal passieren, dass man vor der Bühne live und in Farbe den Lebenslauf eines Tampons beschrieben bekommt. Drangsal haben’s dieses Jahr verrissen. Qualitativ hochwertige Musik, die Robert Smith-ähnliche und engelsgleiche Stimme und die Performance – Ja, welche Performance? Da war keine Performance. Jungs, das nächste Mal ein bisschen mehr Körpereinsatz und Elan (…)

Das Kosmonaut Festival

…und auch beim Kosmonaut Ende Juni war keine Besserung zu sehen! Aber immerhin waren sie nicht ganz so enttäuschend wie der geheime Headliner, bei dem etliche Festivalbesucher jährlich bereit sind, ihren kompletten Bierbestand zu verwetten. Gehofft hatten wir auf Seeed, oder die Toten Hosen, oder Deichkind! Ja, es gab so viele tolle Alternativen… Und dann stellen sie da die Fantastischen Vier auf die Bühne. „Wer ist das denn?“ fragte mich ein kleines Mädchen. „Die sind doch bestimmt schon 50“, fügte sie hinzu. Ja, willkommen beim Kosmonaut oder wie ich es gerne nenne: Das Helene Beach des guten Geschmacks. Was die musikalische Vielfalt betrifft, ist das Chemnitzer Festival gut ausgerüstet – Von Ufo361, über Olli Schulz, bis hin zu Wanda, ganz egal, für jeden war etwas dabei. Gegründet wurde die Fete von Kraftklub im Jahr 2013 und zählt mittlerweile an die 10000 Besucher. Party, Party im tiefsten Osten.

hurricane-festival-2016-freitag-sonnenuntergang

© herzmukke

Uckeralm, meine neue Festivalsommer-Affäre

Meine neue, heiß geliebte Affäre: Das Uckeralm! Ein reines Electro/Techno Festival. Neuland für mich. Das süße, kleine Festival in der Uckermark, das eigentlich gar nicht so klein und süß ist, zählt an die 3000 Besucher. Ich hatte an dem Wochenende Ende Juli das Gefühl, dass wir an die 50 Personen sind. Man muss sich das Ganze so vorstellen: Mitten auf einem Acker verteilen sich sieben Floors, quer über das ganze Gelände. Zwischendrin findet man ab und zu Stände, wo man sich sowohl als Veganer als auch als eingefleischter Fleischfan den Magen vollstopfen kann. Erster Pluspunkt. Dann liegen ringsherum Seen, zweiter Pluspunkt und lustige Workshops, an denen man teilnehmen konnte wie beispielsweise an dem „Orgasmus“ Workshop. Was auch immer einem dort an Wissen vermittelt wurde, dafür gibt’s einen fetten, dritten Pluspunkt, jawohl! Wer Electro mag, wird dieses Festival mögen – Morgens, mittags, abends, immer und überall lief Electro… Und trotzdem hat das Zuckeralm – wie es liebevoll von vielen genannt wird – mein Herz erobert.

Das Jenseits von Millionen Festival

Und zu guter letzt, Trommelwirbel bitte, tätärätä, das Jenseits von Millionen! …Der Name ist Programm. Auf einer kleinen Burg in Friedland, irgendwo in Brandenburg, treffen sich jährlich 800 Menschen ein, um ein Wochenende lang feinster Musik und in den Startlöchern stehenden Acts zu lauschen. Was ich persönlich sehr an diesem Festival liebe, sind die Acoustic Sessions in der Dorfkirche. Drei Konzerte werden dort samstags gespielt und jeder ist eingeladen – Ob alt, ob jung, ob Festivalbesucher oder nicht. Genial, um zu entspannen und sich auf die Musik zu konzentrieren, anstatt auf den ausholenden Ellenbogen des pogenden Nachbars in der ersten Reihe achten zu müssen. Besonders verzaubert haben mich in diesem Jahr „Locas in Love“. Drei tolle Menschen mit noch tolleren Texten und einer offenen, fröhlichen Art, die man einfach lieben muss.

Festivalsommer 2017, ich komme

Tada, das waren meine vier Lieblinge (…) In Gedenken an einen tollen Sommer; in Vorfreude auf den Nächsten! Vielleicht trifft man sich 2017 beim Flunkyball in Chemnitz oder auf das ein oder andere Bier in Friedland. Bis dahin: Rappelt Euch auf, vergesst den Böden Winter und verplant lieber Eure Wochenenden im nächsten Jahr. Over and out.

vorheriger EintragRecord Bird - des Musiknerds liebste App nächster EintragJahresrückblick 2016 // Deutsche Newcomer - Indie hat ein Zuhause

Hi, ich bin Nele ...

Nichts drauf außer Zahnbelag.

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *