The Vaccines im Postbahnhof – eine Achterbahnfahrt der Gefühle

von am keine Kommentare
Nachdem wir bereits im Rahmen der Promotionveranstaltung von BMW erste Eindrücke von den Songs der neuen Vaccines-Platte “English Graffiti” für euch einsammelten, waren wir nun natürlich auch beim Gig im Postbahnhof am Ort des Geschehens.

Ein feiner Shoegaze-Grunge-Mix zum Warmwerden

Wenn man über Sonntag berichtet, kommt man eigentlich nicht darum herum auch ein paar Wörter über die Vorband Kid Wave zu verlieren. Die vierköpfige Band, die in London beheimatet ist, überzeugt mit einem Shoegaze-Grunge-Mix mit poppigen Melodien. Wenn die Sängerin der internationalen Kombo (die vier Miglieder kommen aus drei unterschiedlichen Ländern – Schweden, England und Australien) eine kleine Portion Extraversion drauf legt, ist es sicherlich möglich in Zukunft auch alleine Locations, wie den Postbahnhof zu bespielen. Ein UK-Newcomer den man im Auge behalten sollte. Definitiv reinhören!

The Vaccines in Berlin

© Jonas Amelong

Mit “Handsome” kann die Show beginnen

Nachdem Kid Wave stolze 40 Minuten spielen durfte, startetem 21:15 Uhr The Vaccines mit ihrem Auftritt. Die vier Londoner stürmten auf die Bühne und legten auch gleich mit “Handsome” – der Debütsingle des aktuellen Albums los. Der brachte das Publikum zwar zum Tanzen, doch so richtige extatische Euphorie wollte nicht aufkommen. Das funktionierte bei Song Nummer zwei “Wreckin’ Bar (Ra Ra Ra)” schon etwas besser. Anschließend sackte die Stimmung wieder ab, zwar tanzten und sangen die ersten zwei Reihen weiter fleißig mit. Doch die Verbindung zwischen der Band und dem restlichen Publikum ging verloren.

Justin Young der wahre Meister des Overactings

An Justin Youngs Einsatz lag das sicher nicht. Er versuchte alles, um das Publikum mitzureißen. Das ist oftmals sogar eine gute Portion zu viel. Manchmal neigt Justin Young zum Overacting, so dass selbst Al Pacino vor Neid erblassen würde. Er verzieht sein Gesicht und packt Gesten aus, die eigentlich nur von Freddie Mercury authentisch wirken. Also Justin greif’ lieber zur Gitarre, weniger ist manchmal mehr! Gerade zur Mitte wies die Setlist leichte Schwächen auf, gerade die neuen Songs funktionieren noch nicht so wirklich und blieben kaum im Ohr hängen. Neben “Handsome” und im späteren Verlauf “20/20”, überzeugte lediglich “Dream Lover” mit seiner markanten Bassline.

The Vaccines in Berlin

© Jonas Amelong

Fulminantes Ende und versöhnlicher Abschluss

Doch The Vaccines schafften es meine zwischenzeitliche Ernüchterung mit mächtiger Gitarrenpower wieder wegzuspülen. Zum Ende der regulären Setlist liefen mit “Teenage Icon”, “I Always Knew” und “If I Wanna” wahre Indie-Dancefloor-Kracher. Mit solchen Songs schaffen es The Vaccines selbst den müdesten Zuschauern wieder neu zu motivieren. Richtige Bretter! Und wenn die ganze Halle “If you wanna come back it’s alright” kann man einfach nicht anders als selbst mit einzusteigen. In diesem Umfeld blüht auch “20/20” gerade zu auf. In der Zugabe gab es mit der Solo-Nummer “No Hope” von Justin auf der Akustikgitarre noch einen melancholischen Höhepunkt und mit “Nørgaard” noch einen dieser typischen 2-Minuten-Vaccines-Tanzflächen-Rocker. Ein optimaler Abschluss eines insgesamt dann doch noch gelungenen Abends. Wenn The Vaccines aber zukünftig, wie Justin Young es selbst im NME formuliert hat, in einer Liga mit U2 und Coldplay mitspielen möchte, muss noch etwas mehr kommen!

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Hi, ich bin Jonas ...

und seit frühester Kindheit großer Musikfan. Angefangen mit den väterlichen Platten der Beatles, entdeckte ich später Oasis und die Arctic Monkeys. Seitdem laufen wöchentlich die neuesten Indie-Songs durch meine Kopfhörer. Ab und zu sogar nicht-britisch und ohne Gitarre. Wenn ich nicht gerade auf Konzerten bin, schreibe ich meine Masterarbeit oder versuche Gitarre spielen zu lernen. Hilfe gerne willkommen!

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