séjour – Ein Abend mit Max Prosa und Oh lonesome me

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Valentinstag 2016. séjour lädt zu einem kuscheligen Abend mit toller Musik von Max Prosa und Oh lonesome me. Wir haben die Reise nach Weißensee auf uns genommen. Hier unsere Eindrücke von dem großartigen Konzert in intimer Atmosphäre.

séjour lädt nach Weißensee

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© Sophie Persigehl

Es kommt selten vor, dass ein Berliner seinen Bezirk verlässt. Noch seltener verlässt er den Ring. Doch ab und zu kann man schon mal eine Ausnahme machen. Besonders bei guter Musik. Am Valentinstag luden unsere Freunde von séjour zu einem wunderbaren Abend mit Max Prosa und Oh lonesome me. séjour ist in Berlin eine Instanz für Wohnzimmerkonzerte und lässt bekannte Indie-Künstler und Rohdiamanten aus der Musikszene der Hauptstadt in intimer Atmosphäre auftreten. Eine kleine Wohlfühloase sozusagen, sowohl für Künstler als auch für das Publikum. An diesem grauen, fast melancholischen Sonntag im Februar ging es nach Weißensee und irgendwie passte die melancholische Stimmung, die draußen herrschte auch zu den Künstlern, die uns heute beglücken sollten.

Max Prosa – der Meister der Worte

Das Schöne an Wohnzimmerkonzerten ist, dass man nie so richtig weiß in welchen Ambiente der Auftritt stattfinden wird. Man fühlt sich ein bisschen wie Alice, als sie das Wunderland betrat. Nur mit einer Adresse bewaffnet, fährt man ins Unbekannte. Weißensee ist heute Standort der Kunsthochschule und irgendwie hatte auch die WG, in der das Konzert stattfand etwas von Kunsthochschule. Überall, in der Wohnung verstreut waren Instrumente und Gemälde aufzufinden. So auch in dem Konzertzimmer, in dem ein Klavier stand, das später noch von beiden Künstlern genutzt werden sollte. Etwas überraschend begann der Abend mit dem bekannteren Akteur – Max Prosa. Ein Künstler, der sich zweifelsohne schon einen Namen in der deutschsprachigen Indie-Szene gemacht hat.

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© Sophie Persigehl

Durch die Hintertür betrat Max mit seinen zwei Begleitmusikern, den bis zum letzten Platz gefüllten Raum und setzte sich auf den alten Holzstuhl in der Mitte des Saals. Die ersten Töne erklangen und man merkte sofort dass man hier heute Teil eines besonderen Erlebnisses wird. Max Prosa ist sicher kein Sänger, der den Fokus auf seine Stimme legt. Er ist eher wie Bob Dylan und konzentriert sich auf den Inhalt. Dabei lebt er die Songs, wie kaum ein anderer. Er wippt auf seinem Stuhl vor und zurück und ist für die Kamera kaum zu erfassen. Die Augen mal sperrangelweit offen, dann wieder für einige Sekunden geschlossen, was Max Prosa singt sind keine normale Songtexte, es sind eher Kurzgeschichten, die er alle durchlebt zu haben scheint. Ein Singer-Songwriter wie er im Buche steht. Die ersten paar Songs spielte Max Prosa in kleiner Runde mit zusätzlicher Gitarre und Klavier. Das war bereits großartig, doch so richtig magisch wurde es als zur Hälfte des Auftrittes weitere Musiker den Raum betraten. Max Prosa präsentierte ganz exklusiv für das Publikum von séjour neue Songs, die zusammen mit Streichern  arrangiert wurden. Max stellte jeden seiner Musiker mit einer kurzen Anekdote vor und man hatte irgendwie das Gefühl, dass es mehr als Mitmusiker, eher treue Weggefährten  oder sogar Freunde. Ein fabelhafter Auftritt von Max und den restlichen Musikern. Wer jetzt Hunger auf mehr bekommen hat, sollte auf jeden Fall die Tour von Max Prosa besuchen, die Ende April startet. Am 23.4 sind sie im Waschhaus im Potsdam zu Besuch.

Video: Max Prosa – 3 Jahre // Live bei séjour

Oh lonesome me – liefern wunderbare Harmonien

Nach einer kurzen Umbaupause war es Zeit für die zweite Band des Abends. Oh lonesome me ist ebenfalls aus Berlin. Hinter den Namen verstecken sich Anne Stabe und Carina Schwertner. Auch sie gehen musikalisch in die Richtung Singer-Songwriter, sind allerdings eine gute Portion poppiger als Max Prosa. Die Messlatte lag nach dem ersten Auftritt natürlich schon gewaltig hoch. Doch das Duo meisterte die Aufgabe bravourös. Sicherlich bieten ihre Texte nicht den gleichen Tiefgang wie die von Max Prosa, dafür machen sie das “Manko” aber mit einer guten Portion Wortwitz wieder wett. Das Sahnestück ihres Auftritts ist sicherlich der wunderbar harmonische Gesang der beiden. Die Pärchen im Raum rückten sich noch ein Stück näher und genossen die wunderbare Musik. séjour bewies an diesem Abend mal wieder das nötige Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der Künstler und sorgte dafür, dass auch diejenigen, die diesem Tag normalerweise nicht mögen einen schönen Valentinstag hatten!

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© Sophie Persigehl

 

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Hi, ich bin Jonas ...

und seit frühester Kindheit großer Musikfan. Angefangen mit den väterlichen Platten der Beatles, entdeckte ich später Oasis und die Arctic Monkeys. Seitdem laufen wöchentlich die neuesten Indie-Songs durch meine Kopfhörer. Ab und zu sogar nicht-britisch und ohne Gitarre. Wenn ich nicht gerade auf Konzerten bin, schreibe ich meine Masterarbeit oder versuche Gitarre spielen zu lernen. Hilfe gerne willkommen!

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