Deichkind feiern den Abriss gefedert und geteert

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Als wir am 28. April Richtung Max-Schmeling-Halle schlendern, fallen uns sofort die Massen vor der Halle auf. Viele Menschen – wenn auch vorwiegend Ende 20 aber dennoch durch alle Altersklassen. Einige tragen bunte Deichkind „Trikots“ und haben eine ordentliche Portion Knicklichter am start. Auf einer Bad-Taste-Party hätten sie sicher jeden Kostüm-Contest für sich entschieden. Gefühlt endlose Warteschlangen am Einlass – etwas ungewohnt für diese Location – gab’ wohl ein Problem in der Einlassorganisation. Nach ungefähr einer Bierlänge – schneller als gedacht – stehen wir in der Halle.
© Simon Lesch

© Simon Lesch

Wasted VJ – die Vorband 2.0

Die Bühne ist von einem Vorhang verdeckt auf welchem uns, der Ära Youtube gerecht werdend, eine Playlist von Musikvideos aufgetischt wird – die Vorband 2.0. Mit Erfolg! Die Menge ist gut gelaunt, tanzt und springt zu Skrillex, Vitalic, Mr. Oizo uvm..

Als „Killing in the Name of“ von Rage Against the Machine kommt, längst als Opener der Tour etabliert, merkt man die Anspannung der Leute. Es folgen ruhige Minuten mit Bildern von atemberaubenden Landschaften, dem Weltall und kleinen Deichkind Sequenzen. Dann wieder Stille, Dunkelheit, die Menge jubelt. Die Schattenspiele beginnen, der Beat wird schneller, die Spannung steigt wie es Stephen King nicht hätte besser inszenieren können. Der Vorhang fällt. „Verkauf das letzte Hemd für die Karten vom Konzert! Alle wollen den Abriss gefedert und geteert! Wir haben euch vermisst – es viel zu lange her, die Show kann jetzt beginnen und alle nur so YYYYYEEEEEAAAAHHHHH“. 9000 Fans schreien mit und sofort sind gefühlt 3000° in der Halle. Der Kindergeburtstag für Erwachsene hat begonnen.

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© Simon Lesch

Von Neu bis Alt war Alles dabei!

Es folgen zwei schweißtreibende Stunden voller Gehüpfe, Pogo und Gesinge. Die Stimmung in der Max-Schmeling-Halle ist nur schwer in Worte zu fassen. Die Hamburger verstehen es mit einer perfekt choreographierten und inszenierten Show die Masse mitzureißen. Das muss man einfach erlebt haben! Nicht zuletzt auch, weil das Publikum immer wieder mit einbezogen wird. Bei „Hauptsache nichts mit Menschen“ begeben sich Deichkind in die Menge und veranstalten Berlins größte Polonaise. Auch darf das Fass, mit dem sie durch durch die Halle „rollen“, („Rollt das Fass rein“) nicht fehlen.

Sei es „Denken Sie groß“, mit einem Riesen Gehirn auf dem Kopf, oder „Arbeit nervt“, bis hin zu „Bon Voyage“  – von Neu bis Alt war Alles dabei. Auch durfte „Remmidemmi“ zum krönenden Abschluss nicht fehlen, als die Bühne zu einem Kinderspielplatz umfunktioniert und das Publikum gefedert wurde.

Aber man merkt, Deichkind ist älter geworden. Die provisorisch anmutenden Kostüme aus Mülltüten und Neonstreifen wurden abgelegt und durch schwarze Ninja Outfits mit LED Pyramiden auf dem Kopf ersetzt. Generell treten uns die Hamburger nur mit Maskiert entgegen.

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© Simon Lesch

Alle sind sich einig –  Leider geil!

Nach dem Konzert verlassen wir die Halle leicht kaputt mit schmerzenden Waden aber einem Grinsen im Gesicht. Alle sind sich einig: das Konzert war … LEIDER GEIL!!

Vor kurzem wurde bestätigt, dass Deichkind auf dem Lollapalooza spielen. Also sofern der Timetable passt, sehen wir Ferris & Co ein zweites Mal dieses Jahr. Infos zum Lollapalooza Berlin findet ihr in unserem Artikel.

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Hi, ich bin Simon ...

einer der beiden Herzmukke-Babos, Wahlberliner, Foodie, Sportbegeistert, Reiselustig, Konzertverliebt mit einem Schuss Verrücktheit.

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