Das Highfield Festival 2017 – der schönste Act waren die Fans [Bildergalerie]

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Highfield Festival. Störmthaler See. Über 30.000 Festivalliebhaber. Regen. Matsch. Bandabsagen. Es gab wieder einmal viel zu meckern, zu feiern, zu lieben und zu verbessern. Trotzdem bleibt das Highfield eben doch das Highfield. Nämlich verdammt schön!
Highfield Festival Atmo

© Frieder Unselt // herzmukke

Freitag: Flunky-Water-Ball

Sollten andere Highfield Besucher diesen Beitrag lesen, eröffnen wir das offizielle Battle, wer am wenigsten geschlafen hat. Auf ganze 10 Stunden kommen wir grob überschlagen. Zumindest sofern uns unser Kopf keine Filmrisse spendiert. Was sich leider nicht als Filmriss herausstellen wollte, war übrigens der Freitag. Dauerregen am Abend, Unterbrechungen und vor allem Absagen waren (mal wieder) auf dem Tagesplan. Armes FKP. Offenbar muss man sich nun beim Hurricane Festival, Southside und Highfield auf mindestens eine fette Überschwemmung pro Jahr einstellen. Das Ergebnis war eine Main Stage, die schlicht nicht mehr bespielbar gewesen sein soll und ausgefallene Gigs von Bosse oder auch Billy Talent. Die Gerüchteküche bei Facebook lief natürlich heiß. Wir denken, dass wir den Veranstaltern des Festivals, die Aufgabe, ob es weiter geht oder nicht, nicht abnehmen wollen. Zumal jedes Scheißwetter auch seine Vorteile hat.

Beispielsweise die fetteste “Poolparty” die man sich nur erträumen kann. Über die Campingplätze zu wandern und zu sehen, wie aufgeschlossen die meisten mit dem Regen umgingen war einfach fantastisch. Ob das gemeinsame Entwässern von Zelten, Flunkyball inmitten der größten Pfützen oder das klassische Schlammbad – man nahm es mit Humor! Hut ab liebes Highfield Festival, Hut ab.

Highfield17 Publikum

© Frieder Unselt // herzmukke

Eine große Überraschung machte uns gegen Mitternacht übrigens noch Clueso mit einer unerwarteten spontanen Akustik-Session. Für die, die es mitbekommen haben, war das natürlich noch einmal ein Highlight! Die Spontanität von Clueso wurde den Veranstaltern im Social Network natürlich wieder angehangen. Schade eigentlich, weil uns partout kein Grund einfallen will, weswegen ein Veranstalter seinen Besuchern die Bands vorenthalten sollte.

Und so trieb es uns von Clueso, entlang an Pfützen und vorbei an biermäßig wohlgenährten Besuchern zu den Beginnern. Schon während der Clueso Show wurde ihr Bühnenbild im Hintergrund aufgebaut. Und so fand der fiese Freitag einen extrem steilen Abschluss. Und als uns gegen 2 Uhr die Füße nicht mehr tragen wollten, waren wir verdammt froh, dass unser Zelt trocken war.

Samstag – Neuer Tag, neues Glück!

Mit ein wenig Skepsis über den Zustand der Campingstühle bezüglich ihrer Trockenheit schoben einige ihren verschlafenen Hintern eher behutsam aus dem Zelt. Letztlich schien die Sonne aber bei milden 20 Grad auf unsere Nasenspitzen. Ein Käffchen musste her! Diese verkaterte Stille an einem Festivalmorgen ist wohl eines der feinsten Feelings, die man so haben kann.

Highfield 2017 Publikum

© Frieder Unselt // herzmukke

Mit nur einigen Stunden Verspätung fing die Sonne dann ganz gut an die Schädel der Besucher zu erhitzen. Wie gut, dass es den Tag zu vor nicht geregnet hatte! Aus Matsche wurde Trockenes. Tonbandgerät eröffnete an diesem Tag. Nur sehr zaghaft füllten sich die wieder gut begehbaren Plätze vor den Bühnen! So wurde uns das zumindest erzählt. Denn um ehrlich zu sein, haben wir es erst zu Turbostaat und SXTN vor die Stages gepackt.

Mit den ersten frischen Bierchen im Gesicht, machten Feine Sahne Fischfilet am frühen Abend gleich doppelt Laune. Thees Uhlmann machte den entspannten Herbergspapa und Milky Chance lieferten gewohnt entspannte Tunes ab. Inbesondere aber der Herr Uhlmann überraschte einige mit seinen Entertainerfähigkeiten. Spätestens, als das gesamte Gelände zu “Die Nacht war kurz (ich steh früh auf)” mitsang, war klar: der Thees ist einfach ‘ne sichere Bank und immer wieder nice.

Casper und Kraftklub.

Und dann folgte natürlich noch worauf gefühlt Camping A bis G gewartet hat. Die Auftritte von Casper und Kraftklub. Aus den kleinen Burschen sind mittlerweile richtig dicke Acts geworden. Wo Kraftklub mit ihren Tänzerinnen und Tänzern ein starkes Bühnenbild ablieferen, da ist es Casper mit seiner einzigartigen Dynamik, die so viele Leute mitzieht. Und wenn die Boys nun schon gerade gemeinsam auf einem Festival sind, da kann man doch gleich gegenseitig die Bühne kapern, oder?

Ohne weitere Umschweife ging es also nach Kraftklub zu Mr. XOXO. Mit dem zwei Tage vor Album Release veröffentlichten Titel „Alles ist erleuchtet“ fiel dort auf die Minute der Vorhang und das eineinhalbstündige Konzert begann. Großartig durchkonzeptioniert und mit einem spannenden Bühnenbild fehlte am Ende doch eigentlich nur  Thees Uhlmann zum Song XOXO.

Casper // © Frieder Unselt - herzmukke

Casper // © Frieder Unselt – herzmukke

Sonntag – Interviewtag & die Toten Hosen

Nachdem wir am Samstagabend ausgiebig zu Casper und Kraftklub abgefeiert hatten, brauchte es am Sonntag mehr als einen kalten Kaffee. Oder zwei. Wie gut, dass es noch warmes Bier gab. Dennoch stand der Sonntag für uns unter einem besonders spannenden Matschpfützchen, Interviews mit Van Holzen und Von Wegen Lisbeth lagen vor uns. Wie die waren, erfahrt ihr natürlich bald bei uns!

Und weil das mit den Interviews ein wenig mehr Zeit frass als gedacht, ging es bei uns dann erst irgendwann am frühen Abend weiter. Die Bengalolastige Krach-Boom-Peng Show von Die Toten Hosen haben wir nur noch in Einzelteilen in Erinnerung. Placebo sagte ab. Die Trauer darüber war einfach zu groß! Wie gut, dass wir im Laufe des Tages noch unsere Interview Buddys von Von Wegen Lisbeth und Van Holzen sehen durften.

Fazit:

Wie schon Anfangs erwähnt. Das Highfield ist, war und bleibt für immer das Highfield. Denn was es so einzigartig macht, dass sind nicht die Bands oder die Location. Das seid ihr, die Zuschauer. All die, die aus Matsche, Regen und Absagen ein Fest haben werden lassen. Negativ-Stimmung? Fehlanzeige! Zwischen der Arbeit hinter der Bühne und dem Schlendern auf dem Gelände wart ihr die größte Ehre und das einzige, was sich ein Veranstalter so niemals einkaufen könnte!

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Hi, ich bin Frieder ...

Ich bin 20 Jahre jung, komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf nahe des Oderbruches und lebe seit dem letztem Sommer in Berlin. Ich fotografiere seit nun bald 4 Jahren digital und analog. Mein erstes großes Konzert war Jennifer Rostock zur Kaleidoskop Tour 2014. Seitdem kamen Künstler wie Kraftklub, Bosse oder Annenmaykantereit dazu!

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